Methoden
Facilitation wird durch beteiligungsorientierte, systemische Methoden erlebbar. Viele Methoden und Verfahren sind weltweit erprobt und erfolgreich. Hier finden Sie eine Auswahl besonders wirksamer Methoden und Interventionen im Rahmen von Entwicklungsprozessen. Hierzu zählen wir auch das Coaching.
Zukunftskonferenz / Future Search
„At the beginning of the meeting I was writing „they“ all the time and I found as I went through my notes that I started writing „we““
„I want to tell you I learned more about customers in the last 24 hours than I think I ever knew.“
„We tried more traditional approaches … Change really comes when the people who need it most sit with people who can help make things happen.“
(From „Future Search“, copyright © 1995 by M. Weisbord & S. Janoff, Berrett-Koehler Publishers, Inc., San Francisco, C.A. All rights reserved.)
In den letzten Jahren haben sich unter den vielen Strategie- und Zukunftsentwicklungsmethoden einige sehr effektive und erfolgreiche Ansätze etabliert. Eine davon ist die so genannte Zukunftskonferenz.
Die Zukunftskonferenz ist ein Dialog-, Planungs- und Strategiemeeting mit einer Großgruppe von bis zu 1.000 Teilnehmern. Sie wurde in den USA von Marvin Weisbord und Sandra Janoff entwickelt und 1991 in “Future Search” erstmalig beschrieben. Die Methode ist auf einer soliden theoretischen Basis aufgebaut, deren intellektuelle Wurzeln in den Anfängen der Organisationsentwicklung wieder zu finden sind. Quellen und Vordenker sind u. a. Gestalt-Psychologen, Sozialwissenschaftler und Prozessexperten, wie Kurt Lewin, Solomon Asch, Fred Emery, Eric Trist, Merrelyn Emery, Ron Lippitt und Robert Fritz.
Mit der Methodik der Zukunftskonferenz gelingt es gerade bei Gruppen mit divergierenden Interessen, einen Konsens zu schaffen, bei dem alle Facetten des Themas berücksichtigt werden.
Real Time Strategic Change (RTSC)
„What stunned us…on the third morning, all the eyes, came to life. We used to look at each other and say, “Holy shit, get out of the way, here they come. Oh my God, here they come!” It was an amazing experience! And then that last afternoon they did action planning and went home. They never had been in rooms together except to sit passively and listen to a chairman speak…they didn’t know each other. But by the third morning they were connected. That was the “one brain and one heart” you heard me talk about. They became “one brain”, they all saw the same things, and they all felt the same reactions, they all cared the same way.“
Kathleen Dannemiller, DannemillerTyson Associates, Facilitator of RTSC-/Whole Scale Change-Conferences

Eine RTSC-Konferenz ermöglicht synchronen Wandel in einem gesamten System. „Real Time” bedeutet hier: Veränderung wird nicht geplant, sie passiert. Aus diesem Grund repräsentiert die Teilnehmerschaft in der Regel einen Querschnitt aller an dem Thema bzw. der Organisation beteiligten Interessensgruppen.
Es geht darum, “Hirn und Herz” eines gesamten Systems, z. B. einer gesamten Region oder einer großen Organisation, zusammenzuführen. Erst wenn jeder Teilnehmer einer oft sehr heterogenen Gruppe das ganze Bild erkennen kann, entwickelt sich eine lernende Organisation. Dabei spielt die Gruppengröße nach oben kaum eine Rolle. Ab 50 bis über 1.000 Teilnehmer bilden eine Großgruppe - und dafür ist RTSC gemacht.
RTSC-Konferenzen liegt die Idee zugrunde, ein hohes Maß an Selbstbeteiligung und Begegnung auf allen Ebenen zu erzeugen. Veränderungen, Neuausrichtungen oder Entwicklungssprünge in Kultur und Strategie eines Systems werden in RTSC-Konferenzen organisationsweit dringlich gemacht. Auf diese Weise wird eine große Bereitschaft für den Prozess etabliert. Darauf aufbauend wandelt sich das gesamte System Schritt für Schritt in der Konferenz.
Open Space Technology
„Auf strategischen Konferenzen oder Workshops finden die wichtigsten Gespräche immer in den Kaffeepausen statt!“
(Harrison Owen)
„Auf strategischen Konferenzen oder Workshops finden die wichtigsten Gespräche immer in den Kaffeepausen statt!“ denken viele, so auch der Erfinder der Open Space Technologie, Harrison Owen. Open Space wurde von Harrison Owen unter Mitwirkung vieler Menschen weltweit entwickelt. Owen selbst nennt Open Space ein Weltprodukt, dem viele Vordenker und Mitentwickler gemeinsam die heutige Form gegeben haben. Owen war bischöflicher Priester und Zivilrechtler. Er arbeitete u.a. für kleine Gemeinden und soziale Organisationen in West-Afrika und den USA, bevor er 1992 den ersten Workshop mit der Open Space Technologie in Denver, Colorado, leitete.
Tatsächlich hat der informelle Geist einer Kaffeepause eine kreative und unbeschwerte Kraft, die sich manche Manager immer in ihren Unternehmen wünschen würden. Eine Kraft, die im Open Space deutlich spürbar ist und zu unvorhersehbaren Ergebnissen führt – im positiven Sinn!

Die Übersetzung „Freiraum“-Methode weist darauf hin, dass man hier im Gegensatz zu bekannten Konferenzmodellen vor allem freien Raum vorfindet. Freien Raum, um sich gegenseitig zu treffen, um sich zu bewegen, dorthin zu gehen, wo man etwas erfahren oder beitragen kann. Freien Raum, um gemeinsam Lösungen zu finden, auf die ein Einzelner vielleicht nicht oder nur unter größten Mühen gekommen wäre. Freien Raum, um sich als Unwissender mit anderen Unwissenden oder Neugierigen einem Thema zu nähern, das für alle wichtig ist.
Appreciative Inquiry (AI)
“No problem can be solved from the same level of consciousness that created it.”
„Kein Problem kann von demselben Bewusstseinsstand aus gelöst werden, der das Problem geschaffen hat.“
Albert Einstein
Normalerweise gilt der Blick des Managements eher den Dingen, die nicht oder noch nicht funktionieren. Es gilt, Probleme zu identifizieren, den jeweiligen Fall zu analysieren und Gegenmaßnahmen zu treffen. Das Paradigma aber, dass eine Organisation ein Problem ist, das es zu lösen gilt, ist Teil des Problems selbst. Denn diese Sichtweise wird zur jeweils subjektiven Realität. Und die ist dann ein Problem.

Appreciative Inquiry ist die Abkehr unserer an Mangel ausgerichteten Denk- und Handlungsgewohnheiten. Bei AI steht nicht der Mangel und dessen Behebung im Mittelpunkt sondern die Fülle und Pracht dessen, was bereits da ist. Unternehmen mit ihren chaos- und ordnungsgetriebenen Prozessen sind kleine Wunder, die es wert sind, umarmt zu werden. So bringen es die Urheber (Cooperrider & Srivastva 1987) sinngemäß auf den Punkt.
Worin liegt die Neuartigkeit von AI? Worin liegt die Durchschlagkraft, die einen amerikanischen Journalisten zu dem Titel hinreißen ließ: “Will Appreciatice Inquiry change the way we make change?”
AI ist mehr als eine neue Managementmethode. Es ist eine grundlegende Haltung, eine andere Sichtweise und Philosophie, die Organisationen - wie es scheint - fortwährend mit neuer, positiver Energie versorgt. AI ist das diametrale Gegenteil von Problemlösungsansätzen. Der Unterschied besteht in der Absicht.
Mit AI werden die Dinge untersucht, die in einem System, z. B. einem Unternehmen, bereits bestens funktionieren.
World Café
„Wenn eine gute Frage besser ist als eine gute Antwort, warum investieren wir nicht mehr Zeit und Energie darin, gute Fragen zu formulieren. Ein Grund dafür könnte sein, dass unsere westliche Kultur eher nach den „richtigen Antworten“ sucht anstatt die „richtigen Fragen“ zu entdecken!“
(Juanita Brown, David Isaacs, Eric Vogt, Nacy Margulie - “Strategic Questioning: Engaging Peoples Best Thinking“ - The Systems Thinker Vol. 13, No. 9, November 2002)

Die Idee dieser Konferenzmethode basiert – ähnlich wie Open Space – auf der natürlichen Neigung des Menschen zu informellen und gleichsam intensiven Gesprächen im kleinen Kreis (Kaffeepause). Café-Gespräche sind eine wirkungsvolle Methode, um lebendige Dialoge zu initiieren und im nächsten Schritt miteinander zu einem Netzwerk zu verbinden und somit das gebündelte Wissen eines gesamten Systems sicht- und nutzbar zu machen.
Gerade in Großgruppen-Settings ist es wichtig, dass neben der Arbeit im ganzen Plenum intensive, persönliche Gespräche zu einer speziellen Frage oder einem Rahmen-Thema geführt werden können.
Coaching bei den Kommunikationslotsen
Ein Coach hat die Aufgabe, Führungskräfte, Mitarbeiterinnen/ Mitarbeiter und Teams darin zu unterstützen, sicher und schnell bestimmte Ziele zu erreichen. (Der Begriff Coaching stammt aus der Zeit der Pferdekutschen: der Coach (Kutscher) hatte die Aufgabe, die Pferde sicher und schnell ins Ziel zu lenken.)
Im Coaching werden lösungs- und zukunftsorientiert Themen des beruflichen Lebens bearbeitet. Alte, nicht förderliche Gewohnheiten, Sichtweisen und Lebenseinstellungen werden überprüft und bei Bedarf durch neue Optionen ersetzt. Organisationentwicklungsvorhaben werden durchdacht, Strategien entwickelt und Pläne wirkungsvoll abgestimmt. Grundannahmen zur eigenen Person, zum Führungsverständnis und zur Organisation werden reflektiert, um Veränderungen und Lösungen zu ermöglichen.
Coaching erfolgt zeitnah und orientiert sich an der aktuellen praktischen Situation. Erkenntnisse können gleich umgesetzt und in der Praxis erprobt werden.
Weitere Methoden
Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die hier genannten Methoden und Interventionen nur exemplarisch genannt sind, um die Facilitation-Praxis anhand konkreter, beteiligungsorientierter Verfahren zu verdeutlichen. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl weiterer Methoden entwickelt, die zum Teil auch Vorgänger und Wegbereiter der o. g. Ansätze waren. Fordern Sie bei Interesse gerne ein Exposés zu den einzelnen Methoden an, erwerben Sie die Lernlandkarten der Firma Neuland oder nehmen Sie an unseren Trainings teil: eMail: info@kommunikationslotsen.de
- Externe Links
- www.iaf-methods.org